Vortrag über Kunststoffrecycling mit Prof. Dr. Rainer Bunge

Am 13. November um 17:30 Uhr findet an der HSR Hochschule für Technik im Raum 3.008 ein Vortrag von Prof. Dr. Rainer Bunge (UMTEC, HSR) zum Thema Kunststoffrecycling statt. Der Titel des Vortrags lautet: „Warum Kunststoffrecycling nicht sinnvoll ist – und warum wir es trotzdem tun“ Ein Ausflug in die Grauzone zwischen Ökologie, Wirtschaftlichkeit, Psychologie und Politik. Der Vortrag bezieht sich unter anderem auf eine kürzlich veröffentlichte Studie zu diesem Thema, denn es ist ein heisser Punkt in der Recyclingbranche. Am Ende des Vortrages beantwortet der Referent Fragen aus dem Publikum. Zum Abschluss wird ein Apéro offeriert.

SSW Teilnahme der HSR

Die HSR Hochschule für Technik Rapperswil hat sich dazu entschieden, bei der neu gegründeten SSW Swiss Sustainability Week mitzumachen. Die SSW ist die schweizweite Weiterentwicklung der seit 2013 jährlich stattfindenden NHW Nachhaltigkeitswoche der Zürcher Hochschulen. Eine ganze Woche lang werden Events und Informationsveranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit stattfinden. Der Besuch der SSW steht nebst den Studierenden, Dozierenden und Mitarbeitenden auch der Öffentlichkeit offen. SDC wird die SSW an der HSR koordinieren und aktiv mitgestalten.

Die erste SSW findet vom 5. – 10. März 2018 statt.

Du studierst an der HSR und möchtest die SSW aktiv mitgestalten? Dann melde dich bei uns!

Unsinn in den Medien

Dass Gratiszeitungen wie 20 Minuten und Blick am Abend häufig mit überspitzten Beiträgen um die Aufmerksamkeit der Leser buhlen, ist mittlerweile den Meisten klar. Jedoch publizieren in letzter Zeit auch sogenannt „seriöse“ Zeitungen fragwürdige Artikel. Beispiele dafür, dass auch angesehene Medien Unsinnigkeiten verbreiten, zeigen diese Artikel der NZZ und des Tagesanzeigers:

https://mobile2.tagesanzeiger.ch/articles/59aafa3aab5c37644a000001

https://www.nzz.ch/feuilleton/wir-koennen-die-welt-zerstoeren-aber-wir-koennen-sie-uns-nicht-gefuegig-machen-ld.1317954

Es wird immer deutlicher, dass auch Aussagen aus „seriösen“ Quellen gründlich und kritisch hinterfragt werden müssen.

Ein Kommentar von SDC zu den beiden Artikeln findet sich auf der SDC Facebookseite.

 

 

Statement – Energiestrategie 2050

Kosten

Solarenergie wurde in den letzten Jahren immer günstiger. Die Preise für Photovoltaikmodule haben seit den 70er Jahren von über 100 USD/W konstant auf heute unter 1 USD/W abgenommen und sind noch immer sinkend. Dies ist vor allem, den günstigeren und effektiveren Panels zu verdanken. Bei den Lithium-Ionen-Batterien ist es noch extremer. In den letzten fünf Jahren wurden diese dreimal günstiger. Diese Trends werden sich fortsetzen und in den nächsten Jahren wird es sich als Hausbesitzer in der Schweiz lohnen Solarstrom zu produzieren und zu speichern anstatt ins Netz zu speisen. Somit ist über das ganze Jahr gesehen eine Eigenversorgung von bis zu 90% möglich.

Stromkonzerne

Von den drei grössten Stromkonzernen in der Schweiz schreiben zwei rote Zahlen. Die konventionellen Stromkonzerne können mit ihren Kraftwerken nicht günstiger produzieren, als die Windkraft an der Nordsee. An guten Standorten ist die Windkraft bereits ohne Subventionen wirtschaftlich. Dies kann von Atomkraftwerken niemand behaupten. Mit der Energiestrategie 2050 wird auch die Schweizer Wasserkraft wieder gestärkt und ist konkurrenzfähig mit den europäischen Strompreisen.

Energieimporte

75% des Primärenergieverbrauchs der Schweiz von 2015 wurde importiert. Dies rührt daher, dass wir für unsere Atomkraftwerke, fossilen Heizungen und Treibstoffe Öl, Gas und Uran importieren. Mit der Energiestrategie 2050 soll die Inländische Produktion gestärkt werden. Die Abhängigkeit der Schweiz vom Ausland wird so verringert.

Sparmassnahmen

Die Raumwärme macht mehr als 30% des gesamten Energiekonsums aus. Hier ist das grösste Sparpotential vorhanden! Hier sollen Energieeffizienz-Massnahmen der inländischen Produktion entgegenkommen. Die Sparmassnahmen sind ambitioniert, aber nicht unmöglich. Durch die Wasserkraft und Pumpspeicher haben wir in der Schweiz die Möglichkeit unser Energiesystem auf nachhaltige und erneuerbare Energie umzustellen. Die Änderung der CO2-Emissionsgrenzwerte für Fahrzeuge entsprechen lediglich der Anpassung an die EU.

Kernkraftwerke ersetzen?

Mit den heutigen Strompreisen und Sicherheitsrichtlinien sind AKWs ein riesiges Verlustgeschäft. Da in der Schweiz seit 38 Jahren kein neues AKW mehr gebaut wurde, werden sowieso alle innerhalb der nächsten 30 Jahren abgeschaltet. Diese 32% von den AKWs produzierte elektrische Energie muss ersetzt werden.
Würde man dreimal die Fläche der Stadt Zürich mit Solarpanels belegen, könnte man alle AKWs abschalten. Dies hört sich nach viel an, aber wir müssen dafür auf keinen Fall unser Land verbauen. Wir haben genug Dächer für Solarpanels. Belegen wir jedes dritte Dach in der Schweiz damit, reicht dies bereits, um alle AKWs zu ersetzten.

Fazit

Um den Markt freien Markt spielen zu lassen, braucht es die Energiestrategie 2050. Der Energiemarkt steckt im grössten Umbruch seiner Geschichte. Genau darum braucht die Schweiz eine Strategie, auf welche sich die Energiekonzerne, die momentan milliardenschwere Abschreiber machen verlassen können. Die schweizerische Wasserkraft wird gestärkt und weitere erneuerbare Energien werden gefördert. Die Kostenfrage stellt sich nicht primär, da in der Schweiz sowieso neue Investitionen getätigt werden müssen, unabhängig davon, ob die Energiestrategie angenommen wird oder nicht. Die befristete Erhöhung des Netzzuschlags von 1.5 auf 2.3 Rp/kWh ist angemessen und gibt den erneuerbaren Energien die Chance, ab 2030 ohne Subventionen konkurrenzfähig zu sein. Erdöl dagegen ist der Energieträger, der weltweit am meisten subventioniert wird. Die Subventionen werden ausserdem auf sinnvolle und wichtige Anlagen beschränkt und beispielsweise kleine Laufwasserkraftwerke mit mehr Eingriff in die Umwelt als Nutzen für die Energieproduktion werden nicht mehr unterstützt. Das aufgestockte Gebäudeprogramm wird massgeblich dazu beitragen, die geplanten Energiereduktionen anzustreben.
Die Energiestrategie gibt uns die Chance, unser investitionsbedürftiges Energiesystem planbar auf eine nachhaltige Zukunft auszurichten.

ES_2050_Paper_SDC.pdf

SDC sagt JA zur Energiestrategie 2050

Das Projektteam zur Energiestrategie 2050 hat die einzelnen Punkte der Vorlage auseinandergenommen und analysiert. Die Resultate wurden der Mitgliederversammlung zur Diskussion und Abstimmung vorgelegt:

Das SDC – Sustainable Development Committee hat sich einstimmig für ein JA zur Energiestrategie 2050 entschieden.

Die Energiestrategie 2050 setzt ambitionierte Ziele für eine nachhaltige und planbare Energieversorgung. Sie gibt dem leidenden Energiemarkt eine Perspektive.
Mit den alten Atomkraftwerken sitzen wir in der Schweiz auf einer ausgedienten Technik und müssen sowieso neue Investitionen im Energiesektor tätigen. Das neue Energiegesetz sorgt dafür, dass wir diese Investitionen in eine nachhaltige und inländische Produktion statt in importiertes Öl, Gas oder Uran stecken. Mit der Wasserkraft und den Pumpspeichern haben wir in der Schweiz die Möglichkeit unsere elektrische Energieversorgung für verhältnismässig wenig Geld auf erneuerbare Ressourcen umzustellen. Dadurch können importierte Primärenergieträger substituiert werden, wodurch die Schweiz unabhängiger wird.

Projekt zur Energiestrategie 2050

Das erste SDC Projekt befasst sich mit der aktuellen Abstimmung zur Energiestrategie 2050. Das Projektteam erarbeitet die Fakten, die Statements der Gegner und Befürworter und nimmt selber Stellung zur Initiative. Die Resultate und eine Empfehlung an die Vereinsversammlung werden an der Informationsveranstaltung am 27. April an der ETH präsentiert. Die Vereinsversammlung wird über die offizielle Haltung von SDC zur Energiestrategie 2050 diskutieren und abstimmen.